frauisiert

Die Bezeichnung »Frauisierte« ist ein anderes Wort für Frau. Der Begriff »frauisiert« soll ausdrücken, dass Menschen nicht einfach Frauen (oder Männer) sind, sondern dass sie durch die Gesellschaft zu Frauen gemacht werden. Zum Beispiel indem sie tagtäglich als Frau angeredet werden, und/oder indem sie sich selbst als Frau verstehen und beschreiben.

Stell dir vor, du stehst morgens auf und bist einfach du selbst: Du trägst deine Lieblingskleidung, bist gut gelaunt, aber noch etwas müde, du lauschst den →Spatzenleuten in der Fliederbuschperson und du spürst Appetit auf ein frisches Brot. Du gehst in die Bäckerei und die Verkaufsperson begrüßt dich mit »Hallo junge Frau, was darf's sein?« In dieser Situation wirst du frauisiert, unabhängig davon wie du dich selbst gerade in diesem Moment oder ganz grundsätzlich wahrnimmst. Viele kleine Situationen wie diese tragen zum Prozess der Herstellung von →Gender – in diesem Fall der Frauisierung bei.

Auf Gerecht*Sprechen schreiben wir Begriffe wie Mann und Frau meistens schräg, um diesen Herstellungs-Charakter von Gender hervorzuheben, so wie es der Begriff »Frauisierte« verdeutlicht. Eine andere Bezeichnung, die dir vielleicht schon begegnet ist, lautet »weiblich gelesene Person«. Auch diese Beschreibung hebt hervor, dass Menschen durch die Wahrnehmung Anderer frauisiert werden.

Der Begriff »frauisiert« stammt aus dem Buch »Feminismus schreiben lernen« vom Arbeitskreis Feministische Sprachpraxis und wird dort so auf den Punkt gebracht: »Keine Person ist einfach so ‚Frau‘, sondern wird frauisiert und_oder frauisiert sich selbst.«