Migratismus
Migratismus ist die Anders-Machung von Menschen mit Migrations-Geschichte. Gleichzeitig bedeutet Migratismus so zu tun, als wäre es normal, dass Menschen ihr Leben lang und über viele Bio-Familien-Generationen hinweg am selben Ort leben (können) ohne Staatsgrenzen überschreiten (zu müssen). Migratismus teilt Menschen nach ihrer vermeintlichen nationalen Herkunft ein und führt dazu, dass nur bestimmte Menschen als zugehörig wahrgenommen und respektvoll behandelt werden.
Menschen werden migrantisiert, weil es migratistische Normal-Vorstellungen davon gibt, was es bedeutet ansässig zu sein und welchen Menschen es zusteht sesshaft zu werden. Diese migratistischen →Normen sind eng verbunden mit →Rassismus und →Nationalismus.
Zum Beispiel werden in deutschsprachigen →Dominanzgesellschaften Menschen migrantisiert, die als muslimisch, →Schwarz und →of Color wahrgenommen werden, völlig unabhängig davon, ob sie eine Migrations-Geschichte haben oder nicht. →Weiße Menschen werden dagegen meist als selbstverständlich zugehörig wahrgenommen. Sie können aber trotzdem durch migratistische Gesetze, wie das Aufenthaltsrecht, diskriminiert werden.
Wir benutzen den Begriff migrantisiert, um zu unterstreichen, dass Menschen durch sprachliche Benennungen zu Migrant*innen gemacht werden, unabhängig davon wo sie herkommen und sich zugehörig fühlen. Mit dem Begriff migrantisiert beziehen wir uns außerdem auf die Selbst-Bezeichnung migrantisch.
