Nahbeziehung
Eine Nahbeziehung ist eine Verbindung zwischen dir und anderen Menschen oder →Lebewesen, die du als wichtige Bezugspunkte in deinem Leben empfindest. Das kann räumliche Nähe bedeuten, zum Beispiel weil ihr zusammen lebt. Es kann bedeuten, dass ihr bewusst viel Zeit miteinander verbringt und euer Leben teilt. Es kann bedeuten, dass ihr euch einander anvertraut und gegenseitig unterstützt. Es kann bedeuten, dass ihr eure Leben gemeinsam plant und organisiert und eure Mittel (zum Beispiel Geld, Werkzeuge, Essen) teilt. Es kann bedeuten, dass ihr körperlich einander nah seid.
Vorstellungen von (Liebes-) Beziehungen sind oft von →hetero-normativen Ideen geprägt, wie zum Beispiel →Gender-Rollen, Besitzdenken und (Hetero-) Sexualität.
In der Normal-Vorstellung gibt es romantisch-sexuelle Paar-Beziehungen, die irgendwann zu biologischen Mutter-Vater-Kind-Familien führen sollen, und nebenbei gibt es (nicht-romantisch-sexuelle) Freundensschaften. Beziehungen, die nicht in diese engen Schubladen passen, gelten als weniger wichtig und richtig.
Der Begriff Nahbeziehung soll verdeutlichen: Menschliche Beziehungen sind vielfältiger und freier als die →Normen von Liebesbeziehung, Familie und Freundensschaft vermitteln. Zum Beispiel: Du kannst als erwachsene Person ein Kind begleiten und dessen nahe Bezugsperson sein, ohne dass du →ens biologisches Elternteil bist. Deine Freundens können deine zentralen Bezugspersonen sein. Du kannst wunschlos glücklich und nah verbunden mit Menschen und anderem →Lebendigen leben, ohne eine romantische Liebesbeziehung. Du kannst gleichzeitig Nahbeziehungen mit mehreren Menschen haben, die nicht von Besitzdenken und Exklusivität bestimmt sind. Du kannst dich mit einer Landschaft tief verbunden und ihr zugehörig fühlen, und vieles andere mehr.
