Speziesismus
Speziesismus bedeutet bestimmte Arten von Lebewesen zu diskriminieren und andere Arten zu privilegieren. Speziesistische Diskriminierung basiert auf der Einteilung von Lebewesen in verschiedene Spezies.
Der Begriff Spezies bedeutet übersetzt »Art«. In europäischen →Dominanzgesellschaften wird die Spezies Mensch als überlegene Art betrachtet und es gilt als normal nicht-menschliche Lebewesen gewaltsam auszubeuten und sie den menschlichen Bedürfnissen unterzuordnen.
Auf Gerecht*Sprechen verwenden wir statt Speziesismus die Begriffe »Diskriminierung von →Lebendigem« und »Unverbundenheit«. Denn die biologische Einteilung von Lebewesen in Arten, Gattungen, Familien, Ordnungen und Klassen ist schon Teil des diskriminierenden Weltbildes aus dem die Diskriminierung einzelner Arten entsteht. Zu diesem diskriminierenden Weltbild gehört die Vorstellung Lebewesen könnten getrennt voneinander existieren. Aber keine einzelne Art existiert ohne Verbundenheit mit anderen Lebewesen. Ein Wildkraut, wie das Gänseblümchen, lebt in Verbindung mit den kleinsten Lebewesen in der Erde und mit Regenwürmern, es lebt dank Regen, Sonne und Wind. Eine Wiese ist erst lebendig durch eine Vielzahl an Gräsern, Kräutern, Pilzen und Insekten.
Die Vorstellung von Unverbundenheit, die mit der Einteilung in biologische Arten einhergeht, begründet die Diskriminierung von allem Lebendigen. Aus Unverbundenheit entsteht die Diskriminierung von Menschen untereinander und gegenüber anderem Lebendigem. Wenn Menschen ihre Verbundenheit zu Lebewesen wie Wäldern, Bergen, Flüssen und Ozeanen nicht spüren, dann schaden sie ihnen und sie schaden all den verschiedenen Lebensformen, die diese Landschaften und Gewässer bewohnen.
