Was ist Diskriminierung durch Gender?

Was ist genderbezogene Diskriminierung?

Genderbezogene Diskriminierung bedeutet, dass Menschen in Gender-Schubladen gesteckt werden und aufgrund dieser Einteilung ungleich behandelt werden.

Warum ist die Einteilung in Gender diskriminierend?

Die Einteilung in Gender ist diskriminierend, weil sie dazu führt, dass Menschen ungleich behandelt werden – und die Gender-Zuschreibung ist diskriminierend, wenn sie nicht auf der Entscheidung der Person selbst beruht.

Welche Menschen werden durch Gender diskriminiert?

Von der Diskriminierung durch Gender sind alle Menschen betroffen, die nicht als →endogeschechtliche, →heterosexuelleCis-Männer eingeordnet werden.

Fragen

  • Gibt es Momente im Alltag, wo die Einteilung von Menschen in zwei →Gender dich einschränkt oder ausgrenzt? Welche sind das?
  • Was gehört für dich alles zu genderbezogener Diskriminierung? Welche anderen Begriffe benutzt du dafür?
  • Versuche deine Gedanken und Gefühle zu diesen Fragen für dich auszudrücken!
  • Was fehlt in diesem Text oder was würdest du anders formulieren? Wir freuen uns über dein Feedback!

Woran erkennst du genderbezogene Diskriminierung?

Gender-Zuschreibung ist ein →Machtverhältnis. Das heißt Menschen wird fremdbestimmt eins von zwei Gendern (männlich und weiblich) zugewiesen. Dieses Prinzip nennen wir Zwei-Genderung.

Was ist Zwei-Genderung?

Was ist Männlich-Genderung?

Männlich-Genderung ist, wenn nur das Wissen von Männern als neutral gilt und ihre Bedürfnisse als wichtiger behandelt werden als die anderer Menschen.

Was ist Cis-Genderung?

Cis-Genderung ist, wenn vor oder nach deiner Geburt ein →Gender für dich festgelegt wurde und davon ausgegangen wird, dass dieses Gender für immer für dich passen wird.

Was ist Repro-Genderung?

Die Vorstellung, dass Gender darüber bestimmt, wie du ein Kind bekommst und wie du dich als Elternteil verhältst, nennen wir Repro-Genderung.

Was ist Hetero-Genderung?

Hetero-Genderung ist die Idee, dass alle Menschen Teil eines Liebespaars sein wollen, das aus genau einem Mann und einer Frau besteht.

Fragen

  • Wo bemerkst du die Zwei-Gender-Logik in deinem Alltag?
  • Welche der vier Formen von Zwei-Genderung sind dir selbst vielleicht schon aufgefallen?
  • Wie betreffen dich Männlich-Genderung, Cis-Genderung, Repro-Genderung und Hetero-Genderung? Durch welche wirst du diskriminiert, durch welche eher privilegiert?
  • Wo siehst du dich im oder außerhalb des Spektrums von →Gender?
  • Wie trägst du vielleicht selbst dazu bei Zwei-Genderung in ihren verschiedenen Formen weiter zu tragen – und wo veränderst du genderbezogene Diskriminierung und hinterfragst Zwei-Genderung?
  • Was bedeuten Zuschreibungen wie männlich, weiblich, homosexuell oder queer eigentlich noch, wenn →nicht binäreinter* Personen oder →genderfreie Personen miteinander in →Nahbeziehungen leben?

Wie wäre ein Leben ohne genderbezogene Diskriminierung?

In einer Gesellschaft ohne Diskriminierung durch →Gender und andere Denk-Schubladen (wie →Race, →soziale Herkunft und Religion) wären Menschen einfach Menschen. Alle könnten gewaltfrei leben. Jede Person würde ohne Vorurteile wahrgenommen werden.

Fragen

  • Welche dieser Anreden und Beschreibungen fühlen sich für dich passend an?
    – Hallo lieb*er Mensch / Person … (dein Name)
    – Guten Tag … (dein Name)
    – Liebe/r Herr / Frau … (dein Name)
    – Deine Wunsch-Anrede: …
  • Wo bemerkst du die Gender-Schublade, in die Andere dich mit bestimmten Worten oder Handlungen stecken und wie fühlt sich das an?
  • Wann fühlst du dich frei von genderbezogener Diskriminierung und was hilft dir dabei?
  • Welche Selbst-Beschreibungen fühlen sich für dich gut und empowernd an?
  • Was fehlt in diesem Text oder was würdest du anders formulieren? Wir freuen uns über dein Feedback!

Zusammenfassung

Genderbezogene Diskriminierung ist die Einteilung von Menschen in meist zwei →Gender (Frauen und Männer) und die Abwertung und Ungleichbehandlung von Frauen und Menschen, die nicht den engen Zwei-Gender-Vorstellungen entsprechen.

Die Einteilung von Menschen nach Gender ist diskriminierend, weil sie Menschen meist fremdbestimmt zugewiesen wird und weil bestimmte Gender-Gruppen bevorzugt und andere benachteiligt werden.

Von genderbezogener Diskriminierung betroffen sind →trans* und →inter* Personen, →nicht binäre und →queere Menschen und Menschen, die sich als Frauen verstehen oder die so wahrgenommen werden.

Diskriminierung durch Gender beruht auf Zwei-Genderung: die Einteilung in Männer und Frauen. Du kannst genderbezogene Diskriminierung an diesen vier Formen von Zwei-Genderung erkennen:

  1. Männlich-Genderung: Männer sind der Standard und ihr Wissen ist sachlich. Frauen und andere Gender-Gruppen sind anders und ihr Wissen ist unsachlich.
  2. Cis-Genderung: Alle Menschen werden entweder als Frauen oder als Männer geboren und bleiben es ihr Leben lang.
  3. Repro-Genderung: Alle Kinder haben (und brauchen) einen Vater und eine Mutter. Mütter sind fürsorglich. Väter sind vernunfts-orientiert.
  4. Hetero-Genderung: Alle Menschen streben nach einer →heterosexuellen Zweierbeziehung als Mann und Frau.

In einem Leben ohne genderbezogene Diskriminierung und andere Formen von Diskriminierung (wie →Rassismus, →BeHindert-Werden, →Klassismus, →Antisemitismus, ...) könnten alle Menschen selbst über ihren Körper und ihre →Identität bestimmen. Sie könnten ihre Besonderheit und ihre Persönlichkeit frei ausdrücken. Sie könnten frei leben und lieben.

Wie ein Mensch sich in Bezug auf Gender versteht, würde nur dann eine Rolle spielen, wenn die Person es möchte. Es gäbe keine durch Gender bestimmten Erwartungen an Menschen. Ohne Diskriminierung durch Gender und andere Schubladen (wie →soziale Herkunft, →Nationalität  und BeHinderung) hätten alle Menschen die gleichen Rechte und Möglichkeiten sich zu entfalten – in der Schule, im Beruf, in ihren →Nahbeziehungen, in der Freizeit, in der Gesundheitsversorgung, wenn sie reisen wollen oder in ein anderes Land umziehen, ...

Informationen in einfacher Sprache

Wir erklären in diesem Text, was eine Diskriminierung durch Geschlecht ist.

Und wir erklären, woran du sie erkennst.

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