Beispiele
- Du gehst in die Schwimmhalle. Am Eingang musst du dich zwischen der Umkleide für Männer und Frauen entscheiden.
- Keine der Umkleiden passt dazu, wie du dich selbst wahrnimmst. Du entscheidest dich für die Umkleide, in der du weniger Diskriminierung erwartest. Während du dich umziehst, bemerkst du fragende und abwertende Blicke. Eine Person fragt dich, ob du in der richtigen Umkleide bist.
Erklärung
Genderbezogene Diskriminierung ist die Einteilung von Menschen in meist zwei Gender (Frauen und Männer) und die Abwertung von Menschen, die als Frauen, →intergeschlechtlich, →trans*, →queer und →nicht binär oder →genderfrei eingeordnet werden oder sich so verstehen.
Warum wir den Begriff Gender statt Geschlecht verwenden und was wir damit meinen erklären wir hier .
Genderbezogene Diskriminierung ist eine strukturelle Diskriminierungsform. Die Einteilung von Menschen in zwei Gender geschieht auf verschiedenen Ebenen:
- durch Hebammen oder Ärzt*innen bei der Geburt
- durch das Personenstands-Gesetz: Einteilung von Neugeborenen als Frauen, Männer und bislang nur unter bestimmten Voraussetzungen als →divers oder ohne Geschlechtseintrag
- durch die gesellschaftliche Vorstellung, dass menschliche Körper sich immer in die Kategorie Männer oder in die Kategorie Frauen einteilen lassen
- durch die gesellschaftliche Vorstellung, dass sich alle Menschen entweder als Männer oder als Frauen empfinden
- durch die Zuschreibung von Gender aufgrund von Aussehen, Stimme, Kleidung und Verhalten als alltägliche Gewohnheit
- als Selbstbeschreibung, wobei trans* Personen, nicht binären, inter* Personen und genderfreien Personen die Möglichkeit zur Selbstbestimmung oft abgesprochen wird
Auch die Abwertung von Menschen durch Gender geschieht in vielen verschiedenen Bereichen. In den folgenden Abschnitten findest du weitere Beispiele und Erklärungen dazu.
Links
- Queer-Lexikon mit Erklärungen zu Gender-Vielfalt
- Nichtbinär-Wiki mit Erklärungen zu verschiedenen Gender-Identitäten
- Website Genderdings mit Erklärungen zu Gender, Sexualität und mehr
- Seit 2024 ist eine nachträgliche Änderung oder Streichung des Geschlechtseintrags möglich. Grundlage dafür ist das Selbstbestimmungs-Gesetz (SBGG).
- Personenstands-Gesetz (PStG) zum Nachlesen
- Ein Beispiel dafür, wie Gesetze diskriminieren, findest du auf der Seite Wie spreche ich gendergerecht?
- Du lebst oder arbeitest mit Kindern und möchtest inter* und trans*-Kinder unterstützen und dich über Gender-Vielfalt informieren? Hier findest du vier Broschüren mit ausführlichen Infos: der-paritaetische.de
