Anders-Machung heißt:
Menschen in eine Schublade stecken.
Die Schubladen sind nicht echt.
Sie sind nur Gedanken und Wörter.
Sie sind Denk-Schubladen.
Zum Beispiel, wenn du sagst:
»Dieser Mensch ist eine Frau.«
Das ist die Denk-Schublade →Gender.
Oder: »Diese Person ist Ausländerin.«
Das ist die Denk-Schublade Herkunft.
Oder: »Dieser Mensch hat eine Geh-Behinderung«
Das ist die Denk-Schublade →BeHinderung.
Die Schubladen-Wörter teilen Menschen in Gruppen ein.
Zum Beispiel die Gruppe: BeHinderte Menschen
Denk-Schubladen teilen Menschen in anders und normal ein:
Zum Beispiel:
Ausländische Menschen sind anders.
Deutsche Menschen sind normal.
Die Schubladen sagen auch:
Normal ist besser als anders.
Zum Beispiel: Männer sind besser als Frauen.
Das ist eine Diskriminierung.
Diskriminierung bedeutet:
Menschen werden schlechter behandelt, als andere Menschen.
Wo kommen die Denk-Schubladen her?
Die Schubladen-Wörter sind von Menschen gemacht.
Sie sind ausgedacht.
Trotzdem verändern sie das echte Leben.
Die Denk-Schubladen gibt es schon lange.
Aber sie waren nicht immer so wie heute.
Es gibt sie überall.
Aber sie sind nicht überall gleich.
Menschen haben sich die Schubladen ausgedacht.
Darum können Menschen sie verändern.
Die Denk-Schubladen sagen dir immer wieder:
Manche Menschen sind anders.
Du lernst mit den Schubladen-Wörtern zu denken.
Du vergisst, dass sie erfunden sind.
Aber: Kein Mensch passt in eine Schublade!
Kein Mensch ist anders.
Und: Kein Mensch ist normal.
Oder:
Alle Menschen sind anders.
Und: Alle Menschen sind normal.
Wer bestimmt über die Denk-Schubladen?
Wer bestimmt was anders und normal ist?
Alle Menschen bestimmen es ein bisschen mit.
Weil sie an die Denk-Schubladen gewöhnt sind.
Aber am meisten bestimmen es: Menschen mit Privilegien
Auch öffentliche Einrichtungen können über Denk-Schubladen bestimmen.
Öffentliche Einrichtungen sind zum Beispiel Schulen, Krankenhäuser, Schwimmbäder, Rathäuser, Fernsehsender wie ARD und Parlamente.
Ein Beispiel:
Der Bundestag hat gesagt:
Es gibt mehr als 2 →Gender.
Und: Es gibt mehr als Männer und Frauen.
Und: Alle Menschen können ihr Gender selbst bestimmen.
So wird die Gender-Schublade verändert.
Möchtest du wissen, welche Sätze Anders-Machungen sind?
Du kannst dir 4 FRAGEN stellen, um das herauszufinden.
Zum Beispiel dieser Satz:
»In Toms Klasse sind 3 Kinder mit Lern-Schwierigkeiten.
Darum lernt Tom nicht so gut.«
FRAGE 1:
Welche Denk-Schubladen kommen in dem Satz vor?
Antwort:
Es gibt das Schubladen-Wort Lern-Schwierigkeiten.
Ein anderes Wort dafür ist →BeHinderung.
FRAGE 2:
Sind die Denk-Schubladen für alle Personen gleich?
Antwort:
Nein: Für Tom gibt es die Schublade BeHinderung nicht.
FRAGE 3:
Werden alle Personen beim Namen genannt?
Antwort:
Nein: Die 3 Kinder werden nicht beim Namen genannt.
Wenn die Antwort auf diese Fragen NEIN ist,
Dann heißt das:
Die Personen in dem Satz werden nicht gleich behandelt.
FRAGE 4:
Macht der Satz noch Sinn, wenn alle Personen in dem Satz gleich behandelt werden?
Du kannst den Satz so verändern, dass alle Personen in dem Satz gleich behandelt werden.
Dafür gibt es 3 Möglichkeiten:
1) Keine Person wird in eine Schublade gesteckt.
Und: Alle Personen werden beim Namen genannt.
In Toms Klasse sind Edi, Uli und Finn.
Darum lernt Tom nicht so gut.
FRAGE 4:
Macht der Satz so noch Sinn?
2) Alle Personen werden in eine Schublade gesteckt.
Und: Alle Personen werden beim Namen genannt.
In Toms Klasse sind Edi, Uli und Finn.
Edi, Uli und Finn haben Lern-Schwierigkeiten.
Tom hat keine Lern-Schwierigkeiten.
Darum lernt Tom nicht so gut.
FRAGE 4: Macht der Satz so noch Sinn?
3) Du nennst alle Personen mit ihrem Namen.
Und: Du beschreibst, warum es Behinderung gibt.
Du sagst nicht: Diese Person ist behindert.
Sondern: Diese Person wird behindert.
In Toms Klasse sind Edi, Uli und Finn.
Edi, Uli und Finn werden beim Lernen beHindert.
Tom wird nicht beim Lernen beHindert.
Darum lernt Tom nicht so gut.
FRAGE 4: Macht der Satz so noch Sinn?
Die Antwort auf FRAGE 4 ist immer: Nein!
Der Satz mit den gleichen Schubladen für alle Personen, macht keinen Sinn mehr.
Das zeigt: Der Satz ist eine Anders-Machung.
Der Satz sagt: Edi, Uli und Finn sind anders.
Der Satz sagt: Tom ist normal.
Das ist eine Diskriminierung.
Wie kann der Satz ohne Anders-Machung aussehen?
Zum Beispiel so:
Es gibt nicht genug Lehrer*innen in Toms Klasse.
Darum lernt Tom nicht so gut.
Oder so:
Die Unterrichts-Regeln an Toms Schule passen nicht zu den Kindern.
Darum lernt Tom nicht so gut.
Was ist keine Anders-Machung?
Es ist keine Anders-Machung:
Wenn du von dir selber sprichst.
- Zum Beispiel, wenn du sagst: Ich bin muslimisch.
- Oder: Ich bin →queer.
- Oder: Ich werde beHindert.
Es ist auch keine Anders-Machung:
Wenn du über Privilegien von anderen Personen sprichst.
(Privilegien sind Eigenschaften, die normal gemacht werden)
- Zum Beispiel, wenn du sagst: Anesa ist christlich.
- Oder: Xuan ist →heterosexuell.
- Oder: Marta wird nicht beHindert.
Denk-Schubladen verändern sich.
Früher waren Kleider für Jungen rosa.
Heute sind sie blau.
Aber: Die Denk-Schubladen Junge und Mädchen gibt es immer noch.
Ohne die Schubladen, kann jedes Kind blau und rosa anziehen.
Es gibt mehr Möglichkeiten für alle Kinder.
Anders-Machung hat schlimme Folgen.
Es führt zu Gewalt.
Zum Beispiel zu Rassismus und Gewalt gegen Menschen mit BeHinderungen.
Es geht auch ohne Anders-Machung.
Wenn du sagst:
Max hat Nara geschlagen, weil Nara →trans* ist.
Dann sagst du:
Nara ist das Problem.
Und du sagst: Trans*sein ist das Problem.
Besser ist es so:
Max hat Nara geschlagen, weil Max trans*feindlich ist.
Dann sagst du:
Trans*feindlichkeit ist das Problem.
Und: Die Einstellung von Max ist das Problem.
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