Was ist Anders-Machung?

Info zur Schreibweise: In diesem Text verwenden wir für Personen-Bezeichnungen den Unterstrich zwischen männlicher und weiblicher Form, wie bei Arbeiter_in. Der Unterstrich wird auch Gender-Gap (Gap = Lücke) genannt. Infos dazu gibt es hier.

Was bedeutet Anders-Machung?

Anders-Machung bedeutet Menschen in Denk-Schubladen zu stecken und sie
abzuwerten.

Wie funktioniert Diskriminierung durch Anders-Machung?

Diskriminierung funktioniert, indem eine →soziale Kategorie erfunden wird, die Menschen in normal und anders einteilt. Das heißt: Menschen werden anders gemacht.

Warum sind Denk-Schubladen ein Problem?

Durch →soziale Kategorien werden Menschen in anders und normal eingeteilt. Das bedeutet in Schubladen zu denken, und so ein Schubaden-Denken ist nie neutral. Denk-Schubladen tragen die Diskriminierungen schon in sich.

Welche Folgen hat Anders-Machung?

Anders-Machung ist gewaltsam und zerstörerisch.

Inhaltsinfo: In diesem Abschnitt geht es um den rassistischen Terroranschlag im Jahr 2020 in Hanau.

Wann sind Unterscheidungen diskriminierend?

Es ist diskriminierend Menschen ungleich zu beschreiben und eigentlich unwichtige Unterschiede sprachlich hervorzuheben. Wenn du →soziale Kategorien benutzt um eine Person als Teil einer Gruppe zu benennen, anstatt sie als vielschichtige Einzelperson zu beschreiben, ist das diskriminierend.

Wie hängt diskriminierende Anders-Machung mit Sprache zusammen?

Sprache zeigt, welche Menschen wir mit dabei haben wollen und auch, welche Leute ausgeschlossen sind. Dazu nutzen wir Denk-Schubladen in Form von Worten und Sätzen.

Sind Unterschiede einfach da oder sind sie gemacht?

Unterschiede in Form von Denk-Schubladen wie Schwarz und weiß sind erfundene Unterscheidungen.

Wie entstehen diskriminierende Unterscheidungen?

Diskriminierende Unterschiede sind nicht einfach da, sie werden erfunden und bewusst hergestellt. Ohne diese Unterscheidungen sind Menschen einfach Menschen!

Wie hängt Schubladen-Denken mit Macht zusammen?

Wer bestimmt, was anders oder normal ist, hat Macht. Anders-Machung geschieht aber auch durch die Macht der Gewohnheit.

Fragen

  • Welche Unterscheidungen von Menschen und Welt kannst du dir wegdenken, welche kaum? Von welchen Denk-Schubladen möchtest du dich befreien?
  • Stell dir vor, es gäbe die Kategorie →Gender nicht mehr. Denkst du, Sexualität wäre dann noch wichtig, um Freund_innenschaften von anderen →Nahbeziehungen zu unterscheiden?

Was haben Denk-Schubladen mit Identität zu tun?

Identitäten entstehen aus der Unterscheidung zwischen Selbst und Anderen. Das heißt, sie werden auch aus Denk-Schubladen gemacht.

Fragen

  • Wie hättest du die Situation beschrieben?
  • Welche Anders-Machungen anderer Personen fallen dir in deinem Alltag auf?
  • Welche Anders-Machungen aus den Beispielen sind dir neu?
  • Welche →sozialen Kategorien sind dir für dich selbst wichtig? Was davon ist eine →Identität für dich?
  • Was erlebst du als anders-machend in deinem Alltag?
  • Versuche deine Gedanken und Gefühle zu diesen Fragen für dich auszudrücken!

Wie kannst du Anders-Machung verändern?

Du kannst Anders-Machung verändern indem du lernst sie zu erkennen, und indem du neue Formen des Sprechens ausprobierst. Du kannst lernen Diskriminierung anzusprechen, anstatt Menschen in Denk-Schubladen einzusortieren.

Wie erkenne ich die Diskriminierung durch Anders-Machung?

Wenn eine Person als Erstes mit einer Denk-Schublade beschrieben wird, ist das ein deutliches Zeichen für eine diskriminierende Anders-Machung.

Fragen

  • Mit welchen diskriminierenden Bildern und Überschriften in den Medien wirst du konfrontiert?
  • Durch welche Anders-Machungen wirst du ausgeschlossen?
  • Welche deiner Lebenserfahrungen werden gesellschaftlich anerkannt und berücksichtigt?

Ist die Benennung einer sozialen Kategorie immer diskriminierend?

Es ist keine Diskriminierung die sozialen Kategorien von Privilegierten zu benennen. Es ist auch keine Diskriminierung, wenn Diskriminierte über die Denk-Schubladen sprechen, die sie selbst betreffen.

Fragen

  • Welchen Einfluss haben diskriminierende Zuschreibungen auf deine →Identität?
  • Welche Selbstbezeichnungen →empowern dich?
  • Versuche deine Gedanken und Gefühle zu diesen Fragen für dich auszudrücken!

Sind soziale Kategorien veränderbar?

Soziale Kategorien sind keine unveränderlichen Naturgesetze, aber sie haben echte Auswirkungen auf unser Leben.

Fragen

  • Wie hat sich deine Wahrnehmung von →sozialen Kategorien beziehungsweise Denk-Schubladen verändert?
  • Nimmst du sie als gegeben wahr oder als Ausdruck von Macht?

Wie kann ich Anders-Machung vermeiden, wenn ich über Diskriminierung spreche?

Du kannst über dein Sprechen nachdenken und neu lernen. Du kannst Diskriminierung als Problem benennen, anstatt Menschen in Denk-Schubladen einzuteilen.

Fragen

  • Welche Fragen hast du nach dem Lesen dieses Textes?
  • Welche Unterstützung brauchst du im Umgang mit Traumatisierungen durch Anders-Machung und strukturelle Gewalt?
  • Wenn dir das gerade gut tut, versuche deine Gedanken und Gefühle zu diesen Fragen für dich auszudrücken!
  • Was fehlt in diesem Text? Was würdest du anders formulieren? Wir freuen uns über dein Feedback!

Zusammenfassung

Diskriminierung durch Anders-Machung beginnt mit der Einteilung von Menschen nach bestimmten Eigenschaften. Diese Eigenschaften werden zu →sozialen Kategorien – zu Denk-Schubladen wie →Gender.

Schubladen-Denken ist ein Problem, weil es Menschen in anders und normal unterscheidet – und weil Anders-Sein dabei abgewertet wird.

Anders-Machung funktioniert durch das Benennen oder Verschweigen von sozialen Kategorien – also durch Sprache. Menschen und anderes →Lebendiges werden in Denk-Schubladen gesteckt – durch Wörter und Sätze, die vermeintliche Unterschiede benennen.

Soziale Kategorien wie Gender und →BeHinderung sind gemachte Unterschiede. Sie sind nicht einfach da wie ein Naturgesetz – wir haben gelernt, die Welt so wahrzunehmen. Die Denk-Schubladen unterscheiden sich je nach Ort und Zeit.

Diskriminierende Unterscheidungen wie →Race entstehen durch das Hervorheben und Wiederholen von eigentlich unwichtigen Details. Sie sind Erfindungen, die so lange wiederholt und erweitert werden – bis sie die Wahrnehmung verändern.

Die Macht zu bestimmen, was als anders oder normal gilt, liegt vor allem bei privilegierten →Institutionen und Menschen. Diskriminierung durch Schubladen-Denken ist eine gesellschaftliche Gewohnheit geworden – es ist strukturell.

Denk-Schubladen wie BeHinderung und Gender beeinflussen das eigene Leben und dadurch auch das Selbstbild. Soziale Kategorien werden zu einem Teil der →Identität – indem sie Menschen in bestimmten Hinsichten anders machen oder sie privilegieren.

Um herauszufinden, ob ein Satz eine diskriminierende Anders-Machung ist, überlege, ob die erwähnten sozialen Kategorien in der Situation relevant sind und ob sie für alle erwähnten Personen gleich benutzt werden – oder, ob in den benannten Denk-Schubladen diskriminierende Erklärungen der Situation mitschwingen.

Nicht jede Benennung einer sozialen Kategorie ist diskriminierend. Sich selbst mit sozialen Kategorien zu bezeichnen, ist nicht diskriminierend. Selbstbezeichnungen können →empowernd sein. Es ist auch keine Diskriminierung privilegierte Positionen zu benennen, wie zum Beispiel →cis-genderendo-männlich oder →Gadjé. Die Benennung von →Privilegierung wirkt diskriminierender Anders-Machung entgegen.

Denk-Schubladen wie Gender oder Religion stecken voller Bedeutungen, die sich über die Zeit verändern. Ganz ohne Schubladen der Anders-Machung könnten Menschen einfach Menschen sein.

Anders-Machung hat Folgen. Aus Schubladen-Denken entstehtrassistische, beHindernde, →antisemitische, →klassistische, alters- und →genderbezogene Gewalt. Aus der Trennung von Menschen und anderem Lebendigem folgt Zerstörung.

Es ist möglich über Diskriminierung zu sprechen, ohne Anders-Machungen zu wiederholen – indem du Diskriminierungsformen, statt sozialer Kategorien benennst. Menschen erfahren keine Gewalt, weil sie →trans* oder jüdisch sind, sondern weil es Antisemitismus und Trans*Feindlichkeit gibt. Nicht die Anders-Gemachten sind das Problem, die Anders-Machung ist das Problem.

Informationen in einfacher Sprache

Wir erklären in diesem Text was Anders-Machung ist. Und wir erklären: wie du Anders-Machung erkennst.

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